MTB-Abenteuer in Buddhas Bergwüste 2008

 

Gut 5400 km östlich von Österreich sind die Berge wesentlich höher, die Luft um einiges dünner, die Vegetation gänzlich anders, die Kultur tibetisch geprägt, das Leben beschwerlicher als in Europa –Ladakh im Norden Indiens ist nicht vergleichbar mit Österreich.

Sechs Mountainbiker des RC-Arbö- Sk Vöest unternehmen im August 2008 eine 3-wöchige Abenteuerreise nach Ladakh um als Höhepunkt den höchsten Pass der Welt, den Khardung La (5600 m) zu überqueren.

Nach einer etwa 24-stündigen Anreise erreichen wir Leh, die Hauptstadt von Ladakh und zugleich der Ausgangspunkt unserer Tour. Da Leh bereits auf 3500 m liegt, akklimatisieren wir uns für einige Tage und haben so die einmalige Gelegenheit Leh und die nähere Umgebung kennen zu lernen.
Leh ist zu dieser Jahreszeit von Touristen, vielen stinkenden Trucks und Autos und einem Stadtkern, der zu manchen Tageszeiten dem Kollaps nahe ist, geprägt. Das Leben in dieser Stadt ist gekennzeichnet durch ein sehr geschäftiges Treiben: Alles spielt sich in den Straßen ab. Stromausfälle sind an der Tagesordnung – die Zustände sind für uns Europäer kaum vorstellbar. Der Buddhismus prägt in Ladakh die Kultur der Menschen und die Landschaft: für jeden sichtbar sind gut erhaltene Klöster wie z.B.: Hemis od. Thiksey. Überall trifft man Mönche und die vielen Gebetsmühlen werden ständig von Buddhisten bewegt.

 

Nachdem Kennen lernen von Land und Leute starten wir zu unserem ersten landschaftlichen und sportlichen Highlight mit dem MTB: eine 7-tägige Runde nach Süden, dem Indus flussaufwärts folgend, weiter zu den Seen Tso Moriri und Tso Kar, zu den Pässen Namshang La (4840 m ), Polo Kongka (4920 m ) und schlussendlich unserem ersten wirklichen 5000er, dem Taglang La (5350 m). Highlights dieser Runde sind neben den Schluchten entlang des Indus, auch die Steinwüsten und natürlich die ersten Pässe über 5000 m.

Nach diesen 7 Etappen erholen wir uns einen Tag in Leh, genießen nach 6 Tagen im Zelt die Annehmlichkeiten im Hotel ehe wir für die zweite Runde nach Norden, ins Nubra Valley, wieder auf die Räder steigen.
Schon in der ersten Etappe ist der Höhepunkt der Tour angesagt: der Khardung La - der mit 5600 m höchste Pass der Welt ist. Von Leh stieg es 40 km, 2000 Hm stetig bergauf. Ab 5000 m wird die Luft sehr dünn und das Atmen fällt schwerer. Die Auffahrt wird zusätzlich durch zahlreiche stinkende Militärtrucks erschwert. Trotz dieser Belastungen gibt es auf der Passhöhe nur glückliche Biker die sich über den Erfolg, diesen Pass bezwungen zu haben, freuen. Nach 60 km Abfahrt erreichen wir das Nubra Valley mit seinem milden Klima, den fruchtbaren grünen Feldern und den bescheidenen Häusern. Nach einigen schönen Touren in diesem Tal geht es am 5. Tag wieder über den Khardung La - diesmal bei traumhaften Wetter und wenig Verkehr zurück nach Leh.

Nach diesen anstrengenden 14 Tagen auf dem MTB fliegen wir zum Sightseeing nach Delhi und Agra. Eine Rikschafahrt in Old Delhi, das Taj Mahal und Red Fort in Agra ist auf jeden Fall ein Pflichttermin für jeden Indienbesucher. Das Leben in Delhi scheint als wolle es demnächst aus den Fugen geraten und man kann es nicht beschreiben: Es herrscht Trubel auf der Straße und man sieht Armut an jeder Ecke. Es bleibt der Phantasie der Leser überlassen sich das Treiben und Leben in Indiens Großstädten bildhaft vorzustellen.

 

Den Teilnehmern Stoellnberger Walter, Kammerer Edi, Victora Andi, Leitner Mandi, Reischl Fritz und Franz Resch wird neben einem interessanten Land, der Gastfreundschaft der Ladakhis, eine tolle Truppe, bestehend aus den Teilnehmern und den indischen Führern, auch noch die Erfahrung in Erinnerung bleiben, dass 50 km in 5000 m Höhe wesentlich härter sind als 50 km in unseren Höhen

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